Die Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen (Bursitis olecrani)
Bei der Bursitis olecrani handelt es sich um eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen. Sie wird oft als harmlos angesehen, kann aber erhebliche Beschwerden verursachen und Sportler in der Ausübung ihres Sports zumindest einschränken. Besonders betroffen sind Sportarten mit direktem Körperkontakt, hoher Sturzgefahr oder repetitiver Belastung des Ellenbogens.
Der Schleimbeutel (medizinisch Bursa olecrani genannt) liegt rückseitig direkt über der knöchernen Spitze des Ellenbogens, dem sogenannten Olecranon. Er hat die Hauptfunktion als Druckpuffer und Gleitschicht zwischen Haut, Sehnen und Knochen zu dienen. Da dieser Schleimbeutel unmittelbar unter der Haut liegt, ist er besonders anfällig für Reizungen und Verletzungen.
Die häufigste Ursache einer Bursitis olecrani ist eine repetitive mechanische Druckbelastung des Schleimbeutels. Im Sport kann dies durch wiederholte Stürze auf den Ellenbogen entstehen; im Fußball zum Beispiel sind vor allem die Torhüter betroffen. Die Erkrankung wird umgangssprachlich häufig auch als „Studentenellenbogen“ bezeichnet, da langes Aufstützen auf harten Unterlagen (typische Haltung beim Lernen am Schreibtisch) ebenfalls ein typischer Auslöser ist.
Seltener können Bakterien über kleine Hautverletzungen in den Schleimbeutel eindringen und eine Infektion verursachen, eine sogenannte septische Bursitis olecrani. Darüber hinaus können Grunderkrankungen wie Gicht oder Rheuma die Entstehung einer Schleimbeutelentzündung begünstigen.
Typisch ist eine deutlich sichtbare, oft prall elastisch tastbare und druckschmerzhafte Schwellung an der Rückseite des Ellenbogens. Bei ausgeprägten Entzündungen kann auch die Beweglichkeit des Ellenbogens eingeschränkt sein. Liegt eine bakterielle Infektion vor, treten neben stärkeren Schmerzen, eine ausgeprägte Rötung, eine Überwärmung sowie gelegentlich Fieber und allgemeine Krankheitssymptome auf.
Die Diagnose kann meistens schon durch die körperliche Untersuchung, in der die typische Schwellung auffällt, gestellt werden und wird durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) gesichert.
Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Ausprägungsgrad der Erkrankung. Bei einer nicht bakteriellen Schleimbeutelentzündung stehen zunächst konservative Maßnahmen im Vordergrund. Der Ellenbogen sollte geschont werden, vor allem sollten mechanische Druckbelastungen ausbleiben. Zusätzlich werden entzündungshemmende Medikamente verordnet und manchmal kann eine Punktion zur Druckentlastung sinnvoll sein.
Bleibt die konservative Therapie erfolglos oder treten die Beschwerden immer wieder auf, kann eine operative Entfernung des entzündeten Schleimbeutels erforderlich werden. Bei einer bakteriellen Schleimbeutelentzündung ist eine Operation häufig bereits frühzeitig notwendig, um eine Ausbreitung der Infektion zu verhindern.
Dr. med. Simeon Geronikolakis
