Der Mittelfußbruch

 

Anatomie

Der Mittelfuß befindet sich zwischen der Fußwurzel und den Zehen und besteht aus fünf einzelnen Knochen (Os metatarsale 1-5), die sich geringfügig gegeneinander bewegen können und so die Anpassung des Fußes an Unebenheiten ermöglichen.

 

Entstehung

Auf den Ermüdungsbruch, eine Sonderform des Mittelfußbruches, der durch eine Überlastung des Knochens entsteht, soll hier erstmal nicht näher eingegangen werden. Diesbezüglich wird auf unseren gesonderten Beitrag „Der Ermüdungsbruch am Fuß“ verwiesen. 

Zu einem traumatischen Mittelfußbruch kann es durch direkte Gewalteinwirkung, wie zum Beispiel einem Schlag oder einem Tritt, kommen. Häufig resultiert er aber auch aus einem Umknicken des Sprunggelenkes nach außen. In diesem Fall ist meistens die Basis des fünften Mittelfußknochens betroffen, da der abrupte Zug einer hier ansetzenden Sehne zu einer Art knöchernem Ausriss dieser führen kann. Eine besondere Form des basisnahen Bruches des fünften Mittelfußknochens ist die sogenannte Jones-Fraktur, die durch ihre Lokalisation kurz vor dem Übergang zum Schaftbereich charakterisiert ist.

 

Symptome und Diagnostik

Die Hauptsymptome eines Mittelfußbruches sind der Belastungsschmerz sowie die lokale Druckschmerzhaftigkeit, oft begleitet von einer Schwellung und einem äußerlich sichtbaren Hämatom. Die Diagnose wird durch eine Röntgenuntersuchung gesichert, die später dann auch zur Kontrolle des Heilverlaufes und zum Ausschluss von möglichen Komplikationen erforderlich ist. Eine kernspintomographische Untersuchung (MRT) ist nicht notwendig.

 

Therapie

Abhängig der erhobenen, vor allem radiologischen, Befunde und somit vorwiegend der Lokalisation, Art und Form des Bruches, ist die Therapie entsprechend zu wählen. Bei nicht oder nur gering verschobenen Brüchen ist eine konservative (nicht operative) Therapie möglich, die neben initial abschwellenden Maßnahmen unter anderem auch die Entlastung und Ruhigstellung des Fußes in einem Gips oder Spezialschuh über ca. 6-8 Wochen und unter Thromboseprophylaxe beinhaltet.

Ist die Fraktur verschoben (disloziert) und besteht die Notwendigkeit einer Operation, so werden über einen Hautschnitt die Knochenfragmente reponiert, also wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückgebracht, und dort mittels Schrauben, Platten und/oder Drähten fixiert. Eine mehrwöchige Entlastung des Fußes ist auch nach einem operativen Eingriff erforderlich.

 

Komplikationen und Prognose

Mögliche Komplikationen nach einem Mittelfußbruch sind neben den allgemeinen Operationsrisiken (im Falle einer operativen Versorgung) auch in der konservativen Behandlung vor allem die sekundäre Verschiebung der Fragmente und die verzögerte bzw. ausbleibende Knochenheilung (Pseudarthrose genannt), die bei der Jones-Fraktur aufgrund der kritischen Blutversorgung häufiger vorkommt. Darüber hinaus können sich ungünstige Veränderungen des Quer- und/oder des Längsgewölbes des Fußes ausbilden, wie zum Beispiel ein Platt- oder Spreizfuß. In der Regel heilt ein Mittelfußbruch jedoch folgenlos aus und es sind dann sportliche Maximalbelastungen uneingeschränkt wieder möglich.

 

Dr. med. Simeon Geronikolakis