Kniedenervierung

Eine innovative Therapiemethode bei Kniearthrose (Gonarthrose), womit die Behandlungslücke zwischen konservativer Therapie und der Implantation einer Knie-Prothese geschlossen wird!

Das Verfahren stellt somit eine schonende Alternative zur Knie-Prothese dar.


Was passiert bei der Kniedenervierung?

 

Mittels einem innovativen, minimal-invasiven Verfahren, bei dem wassergekühlte Technologie verwendet wird, werden schmerzübertragende sensorische Nerven am Kniegelenk über eine spezielle Sonde deaktiviert.

Hierfür werden drei bis vier bestimmte Nervenpunkte aufgesucht, wo die isolierte Elektrode platziert und durch diese über einen Radiofrequenzgenerator eine geringe Hochfrequenzspannung übertragen wird. Durch die Reibung geladener Moleküle kommt es zur Ionenerwärmung, mit welcher die für das Senden der Schmerzsignale verantwortlichen Nerven thermisch ausgeschaltet werden. Durch die wassergekühlten Elektroden kann die Radiofrequenzenergie sicher zu den Zielnerven geführt und für die Herstellung kugelförmiger Läsionen verwendet werden.


Bei welchen Diagnosen und Beschwerden wird die Kniedenervierung angewendet?

  • Arthrose im Knie (Gonarthrose)
  • Schmerzen nach Knie-Prothese
  • Therapierefraktäre Knieschmerzen

 


Wer ist für eine Kniedenervierung geeignet?

  • Patienten mit entsprechendem Leidensdruck bei Kniearthrose und nicht erfolgreicher konservativer Therapie, die  
    • keine Knie-Prothese wünschen
    • aufgrund von Nebenerkrankungen für eine Knie-Prothese nicht in Frage kommen (z.B. bei Osteoporose oder bei internistische Erkrankungen mit erhöhtem Operationsrisiko)
    • zu jung für eine Knie-Prothese sind (z.B. bei posttraumatischer Gonarthrose)
    • noch keinen fortgeschrittenen Befund, aber starke Schmerzen haben
  • Patienten mit persistierenden und therapieresistenten Schmerzen nach Implantation einer Knie-Prothese

Wie sind die Risiken?

 

Komplikationen sind bei diesem Verfahren nur sehr selten zu befürchten. Im Prinzip sind die Risiken vergleichbar mit einer Injektion/Infiltration (Spritzentherapie). Am häufigsten kann es zu kleineren Blutergüssen (Hämatomen) kommen. Über alle weiteren selteneren Risiken (u.a. Wundheilungsstörung, Infektion, Gewebeschädigung) werden Sie ausführlich informiert.


Weitere Informationen

- Bei dem von Dr. Geronikolakis zur Kniedenervierung angewendeten System handelt es sich um die erste und einzige Hochfrequenzbehandlung, die von der FDA, einer Behörde innerhalb des US-Gesundheitsministeriums, die u.a. Medizinprodukte überwacht, bei Kniearthrose zugelassen ist.

- Der Eingriff dauert ca. 30 Minuten und wird ambulant, unter örtlicher Betäubung (keine Vollnarkose erforderlich) in den Operationssälen der NC Klinik in Ludwigsburg durchgeführt. Bitte organisieren Sie im Vorfeld schon einen Rücktransport nach Hause.
- Der Eingriff erfordert keinen Schnitt, es ist somit später auch kein Fadenzug notwendig.

- Am Folgetag erfolgt in unserem Fachbereich eine klinische Kontrolle.

- Sie dürfen in den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, kein Fahrzeug/Zweirad steuern und keine gefährliche Tätigkeiten ausführen (z.B. Arbeiten an gefährlichen Maschinen oder ohne festem Halt).

- Eine Anti-Thrombose-Prophylaxe ist nicht erforderlich.

- In der Regel werden die Kosten für den Eingriff von den privaten Krankenkassen übernommen.

- Das Verfahren stellt keine Heilung der Arthrose dar, kann aber die arthrosebedingten Schmerzen deutlich reduzieren und nach einer gewissen Zeit auch wiederholt werden. Ein Therapieerfolg bzw. eine Beschwerdenbesserung kann aber nicht vorausgesagt und nicht garantiert werden.


Wie sind die bisherigen Ergebnisse?

 

In den meisten Fällen kommt es zu einer bis zu 24 Monate anhaltenden Schmerzlinderung mit verbesserter körperlicher Funktion und dadurch zu einer Reduktion des Schmerzmittelgebrauchs. Anschließend kann das Verfahren wiederholt werden.

Klinisch erwiesen ist auch eine Schmerzlinderung bei Patienten mit persistierenden Schmerzen nach Implantation einer Knie-Prothese.

 

In einer aktuellen Studie wurde die Wirksamkeit der wassergekühlten Radiofrequenztherapie mit der Wirksamkeit intraartikulärer Cortison-Injektionen in der Behandlung arthrosebedingter Knieschmerzen verglichen. Dabei wurde festgestellt, dass dieses Verfahren eine deutlich größere und länger anhaltende Schmerzlinderung sowie Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit bewirkt und eine höhere Patientenzufriedenheit erzielt.

Ein Jahr nach der Behandlung zeigte sich bei zwei Drittel der Patienten ein um mehr als 50% reduziertes Schmerzniveau. Bei 83% der Patienten mit starken arthrosebedingten Symptomen kam es zu einer Linderung.

 

In einer randomisierten kontrollierten Studie (März 2020) bot die gekühlte Radiofrequenzablation eine anhaltende Schmerzlinderung, eine verbesserte Funktion und einen wahrgenommenen positiven Effekt über 24 Monate für Patienten mit OA-Knieschmerzen, ohne dass Sicherheitsbedenken festgestellt wurden.

 

In der Studie von Davis et al aus dem Jahr 2019 zeigten ein Jahr nach dem Eingriff 65% der Patienten ein um mehr als 50% reduziertes Schmerzniveau mit auf der visuellen Analogskala im Durchschnitt Rückgang des Schmerzwertes um 4,3 Punkte.

 

Ein ähnliches Ergebnis erbrachte auch eine weitere Studie (Juni 2020), wo sich nach einem Jahr nach dem Eingriff bei 65,2% der Patienten eine mehr als 50%-ige Schmerzlinderung zeigte. Dieses Ergebnis konnte nach einem Jahr auch bei 64,5% der Patienten erzielt werden, die die gekühlte Radiofrequenztherapie 6 Monate nach einer Hyaluronsäureinjektion mit unbefriedigendem Ergebnis erhielten.

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LKZ - Arthrose
Dr. Geronikolakis in der LKZ zum Thema Arthrose
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