Der plantare Fersensporn

 

Nicht nur Sportler, insbesondere in Lauf- und Sprungsportarten, sondern auch Nicht-Sportler beklagen immer wieder stärkere Schmerzen im unteren Bereich der Ferse. Hierbei lässt sich in vielen Fällen das Krankheitsbild einer Plantarfasciitis, also einer Entzündung der Plantarfascie, diagnostizieren. Bei der Plantarfascie handelt es sich um eine Sehnenplatte an der Fußsohle, die von der unteren vorderen Kante des Fersenbeins bis zum Fußballen zieht und somit das Längsgewölbe des Fußes aufrechterhält.

An ihrem Ansatz am Fersenbein ist manchmal auch ein meist spitzer knöcherner Anbau, ein sogenannter plantarer bzw. unterer Fersensporn, zu finden (nicht zu verwechseln mit dem dorsalen/hinteren Fersensporn, der sich im hinteren Bereich des Fersenbeines, am Ansatz der Achillessehne, ausbildet). Allein das Vorliegen eines solchen Fersenspornes hat keinen wirklichen Krankheitswert, das Krankheitsbild und die Prognose einer Plantarfasciitis können durch ihn aber ungünstig beeinflusst werden.

 

Entstehung

Zu einer Entzündung der Plantarfascie, meistens an ihrem Ansatz am Fersenbein, und in der Folge dann bedingt durch Kalkablagerung evtl. auch zur Ausbildung eines plantaren Fersenspornes, kommt es hauptsächlich durch Überbeanspruchung, die aus mehreren Faktoren resultieren kann. Um letztendlich den bestmöglichen Therapieansatz zu finden, müssen diese genau erfragt und gründlich untersucht werden.

 

Bildgebung

Die Diagnose der Plantarfasciitis wird durch die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) gesichert, in manchen Fällen kann auch die Kernspintomographie (MRT) herangezogen werden. Hierbei können weitere mögliche Schmerzursachen, wie zum Beispiel ein Knochenödem oder ein Anriss der Plantarfascie, ausgeschlossen werden. Liegt ein plantarer/unterer Fersensporn vor, so lässt er sich schon im Röntgen, auf einer seitlichen Aufnahme der Ferse, nachweisen, was jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf die nachfolgende Therapie hat.

 

Therapie

Beim Sportler müssen in erster Linie die sportlichen Bewegungsabläufe sowie die Trainingsumstände analysiert und ggf. korrigiert werden. Insbesondere sind Trainingsintensitäten und –umfänge anzupassen, während Fehler im Bewegungsablauf, funktionelle Defizite oder eine ungünstige Fußstatik durch entsprechende Eigenübungen, Physiotherapie, Tapes oder einer Einlagenversorgung angegangen werden können.

In der Therapie kommen auch entzündungshemmende Medikamente sowie Enzympräparate zum Einsatz und durch die richtige Art und Technik einer Stoßwellentherapie können ebenfalls sehr gute und nachhaltige Erfolge erzielt werden.

In hartnäckigen Fällen kann die konservative Therapie um weitere Maßnahmen erweitert werden, ein operativer Eingriff ist in der Regel jedoch nicht notwendig und aufgrund der bisher nicht zufriedenstellenden Ergebnisse wenig Erfolg versprechend.  

 

 

Dr. med. Simeon Geronikolakis