Der Ermüdungsbruch am Fuß

 

Wie kommt es zu einem Ermüdungsbruch?

Wie überall im Körper, finden im gesamten Bewegungsapparat durchgehend physiologische Umbauprozesse statt. So auch im Knochen, der sich durch einen ständigen Ab- und Aufbau von Knochensubstanz an unterschiedliche mechanische Belastungen anpassen kann. Wird er zum Beispiel mechanisch stark beansprucht, so wird Knochen eingelagert, während bei verminderter Belastung Knochen abgebaut wird.

Bei ungewohnter oder zu starker und schnell steigender Belastung kann diese Anpassungsfähigkeit überfordert sein, mit der dann möglichen Folge einer knöchernen Stressreaktion oder gar eines Ermüdungsbruches.

 

Gibt es Risikofaktoren für einen Ermüdungsbruch?

Neben dem Missverhältnis zwischen Belastung, die auch durch die Bodenbeschaffenheit und die Schuhe beeinflusst werden kann, und Regeneration, können unter anderem auch ein Calciummangel, hormonelle Störungen (z.B. in Zusammenhang mit der Menstruation bei Frauen), eine verminderte Knochendichte, muskuläre Ungleichgewichte, koordinative Defizite, Instabilitäten, Fuß- bzw. generell Achsfehlstellungen, eine Beinlängendifferenz oder verschiedene Erkrankungen und Stoffwechselstörungen weitere Risikofaktoren sein.

 

Welche Fußknochen sind am häufigsten betroffen und welche Symptome treten auf?

Am Fuß sind am häufigsten die Mittelfußknochen und das Kahnbein, ein Knochen der Fußwurzel, betroffen. Der Sportler berichtet über belastungsabhängige Schmerzen, meistens ohne ein vorausgegangenes adäquates Unfallereignis als Auslöser. Schwellungen oder sonstige zusätzliche Symptome bleiben größtenteils aus. Da auch trotz eines gewissen Schmerzes die sportliche Belastung initial weitgehend möglich sein kann, wird die Symptomatik immer wieder bagatellisiert, so dass die richtige Diagnose oft erst verzögert gestellt wird. Bei dadurch dann ebenfalls verspätetem Therapiebeginn kommt es folglich auch zu längeren Ausfallzeiten im Sport oder gar im Beruf.

 

Wie wird der Ermüdungsbruch diagnostiziert und wie sieht die Therapie aus?

Von immenser Wichtigkeit ist es bereits erste Warnzeichen zu erkennen, um durch entsprechende bildgebende Untersuchungen wie dem Röntgen und ggf. auch der Kernspintomographie (MRT) einen vorliegenden oder drohenden Ermüdungsbruch so früh wie möglich zu entdecken.

Die Therapie ist befundabhängig individuell zu gestalten und beinhaltet in den meisten Fällen, neben der Anregung des Knochenstoffwechsels durch verschiedene Maßnahmen, in erster Linie eine Belastungsreduzierung, die bis zur kompletten Entlastung über mehrere Wochen reichen kann. Parallel sollten alle festgestellten Risikofaktoren weitgehend behoben werden.

 

Kann man einem erneuten Ermüdungsbruch vorbeugen?

Ist ein Ermüdungsbruch ausgeheilt, ist unbedingt eine Verletzungsprophylaxe zu betreiben, im Rahmen der es gilt, die Risikofaktoren für einen Ermüdungsbruch zu erfassen und zu analysieren, um, soweit dies möglich ist, entsprechend dagegen zu arbeiten. Insbesondere spielt hierbei auch die Belastungssteuerung eine große Rolle, die bei Mannschaftssportarten, aufgrund der unterschiedlichen Belastungsfähigkeit und der unterschiedlichen Grundvoraussetzungen zwischen den jeweiligen Spielern einer Mannschaft, nicht immer einfach ist.  

 

Dr. med. Simeon Geronikolakis