Der Ermüdungsbruch am Fuß

 

Entstehung

Wie überall im Körper, finden im gesamten Bewegungsapparat durchgehend physiologische Umbauprozesse statt. So auch im Knochen, der durch einem ständigen Ab- und Aufbau von Knochensubstanz sich an unterschiedliche mechanische Belastungen anpassen kann. Wird er zum Beispiel mechanisch stark beansprucht, so wird Knochen eingelagert, während bei verminderter Belastung Knochen abgebaut wird.

Bei ungewohnter oder zu starker und schnell steigender Belastung kann diese Anpassungsfähigkeit überfordert sein, mit der dann möglichen Folge einer Stressreaktion oder gar eines Ermüdungsbruches.

 

Risikofaktoren

Neben dem Missverhältnis zwischen Belastung, die auch durch die Bodenbeschaffenheit und die Schuhe beeinflusst werden kann, und Regeneration, können unter anderem auch ein Calciummangel, hormonelle Störungen (z.B. in Zusammenhang mit der Menstruation bei Frauen), eine verminderte Knochendichte, muskuläre Ungleichgewichte, eine Fußfehlstellung, eine Beinlängendifferenz oder verschiedene Erkrankungen und Stoffwechselstörungen weitere Risikofaktoren sein.

 

Lokalisation und Symptome

Am Fuß sind am häufigsten die Mittelfußknochen und das Kahnbein, ein Knochen der Fußwurzel, betroffen. Der Sportler berichtet über belastungsabhängige Schmerzen, meistens ohne einem vorausgegangenem Unfallereignis. Schwellungen oder sonstige zusätzliche Symptome bleiben größtenteils aus. Da auch trotz eines gewissen Schmerzes die sportliche Belastung initial weitgehend möglich sein kann, wird die Symptomatik immer wieder bagatellisiert, so dass die richtige Diagnose erst verzögert gestellt wird. Bei dadurch dann ebenfalls verspätetem Therapiebeginn, kommt es folglich auch zu längeren Ausfallszeiten.

 

Diagnostik und Therapie

Von immenser Wichtigkeit ist es bereits erste Warnzeichen zu erkennen um durch entsprechende bildgebende Untersuchungen wie dem Röntgen und der Kernspintomographie einen vorliegenden oder drohenden Ermüdungsbruch so früh wie möglich zu entdecken.

Die Therapie ist befundabhängig individuell zu gestalten und beinhaltet in den meisten Fällen, neben der Anregung des Knochenstoffwechsels durch verschiedene Maßnahmen, in erster Linie eine Belastungsreduzierung, die bis zur kompletten Entlastung über mehrere Wochen gehen kann. Parallel sollten alle festgestellten Risikofaktoren weitgehend behoben werden.

 

Prävention

 

Im Rahmen der Verletzungsprophylaxe gilt es die Risikofaktoren für einen Ermüdungsbruch zu erfassen und zu analysieren, um, soweit dies möglich ist, entsprechend dagegen zu arbeiten. Insbesondere spielt hierbei die Belastungssteuerung eine große Rolle, die aufgrund der unterschiedlichen Belastungsfähigkeit und der unterschiedlichen Grundvoraussetzungen zwischen den jeweiligen Spieler einer Mannschaft nicht immer einfach ist. 

 

Dr. med. Simeon Geronikolakis