Der Schlüsselbeinbruch

 

Wie kommt es zu einem Schlüsselbeinbruch?

Oft durch einen Sturz auf die Schulter oder dem ausgestreckten Arm kann es zu einem Bruch des Schlüsselbeines (auch Claviculafraktur genannt) kommen. Hierbei handelt es sich insgesamt um einen der häufigsten Brüche beim Menschen, meistens durch Sport- (zum Beispiel im Fußball oder im Handball) oder Verkehrsunfälle (zum Beispiel durch einen Radsturz) verursacht.

 

Welche Symptome treten auf?

Die Leitsymptome eines Schlüsselbeinbruches sind eine schmerzbedingte Beweglichkeitseinschränkung der Schulter, eine ausgeprägte Druckschmerzhaftigkeit direkt über dem verletzten Schlüsselbein mit teilweise begleitender lokaler Schwellung sowie eine oft tast- und evtl. auch sichtbare Stufenbildung. In den meisten Fällen ist der Bruch im mittleren Drittel des Schlüsselbeins lokalisiert.

 

Wie wird der Schlüsselbeinbruch diagnostiziert?

Durch eine Röntgenuntersuchung des Schlüsselbeines in zwei Ebenen kann die Diagnose letztendlich gesichert werden. Hierbei ist dann eine genaue Beurteilung und Klassifizierung der Bruchform möglich, worauf sich zum großen Teil später auch die Therapie stützt. Weitere Therapie entscheidende Faktoren sind ansonsten unter anderem auch die individuellen beruflichen und sportlichen Ansprüche des Verletzten.

 

Wie sieht die Behandlung aus?

In erster Linie ist zwischen einer konservativen und einer operativen Therapie zu entscheiden. Letztere ist vor allem bei starker Verschiebung der Fragmente, Gefahr der Hautdurchspießung oder gar offener Fraktur, deutlicher Verkürzung, sowie bei begleitenden Verletzungen von Gefäßen, Nerven und Bändern indiziert. Zum Einsatz kommen unterschiedliche Materialien, beim häufigen Bruch im mittleren Drittel erfolgt beim Erwachsenen meistens eine Platten- und Zugschraubenversorgung.  

Die konservative Behandlung beinhaltet die Ruhigstellung in einem Verband für ca. 3-4 Wochen mit relativ früher aber immer beschwerdeadaptierter Mobilisierung der Schulter unter engmaschigen Kontrollen.

 

Können Komplikationen auftreten?

Sowohl in der konservativen als auch in der operativen Therapie können Komplikationen auftreten, so zum Beispiel eine sogenannte Pseudarthrose, also eine nach mindestens 6 Monaten noch nicht abgeschlossene Knochenheilung mit Bildung eines Falschgelenkes.

 

Wie ist die Prognose?

Die Prognose eines ärztlich behandelten Schlüsselbeinbruches ist in der Regel sehr gut. Eine Wiederkehr zum Sport, zum Beispiel zum Fußball, ist bei komplikationslosem Verlauf meistens zwischen 8 und 12 Wochen möglich. 

 

Dr. med. Simeon Geronikolakis